Lobau2015-04-07T07:58:42+00:00

Die Lobau ist ein nördlich der Donau und großteils innerhalb, teilweise aber auch östlich  Wiens gelegener Teil des Auengebietes der Donau, das sich am linken Donauufer zwischen Wien und der Mündung der March (Grenze zur Slowakei) erstreckt. Die Lobau ist rund 22 Quadratkilometer[1] groß und wird von der Magistratsabteilung 49 – Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien verwaltet und betreut.

Vor der Donauregulierung ===

Von Nordwesten kommend, erreicht die Donau bei der [[Wiener Pforte]] (zwischen [[Leopoldsberg]] im Westen und [[Bisamberg]] im Osten) das heutige Wiener Stadtgebiet. Vor der 1875 fertiggestellten [[Wiener Donauregulierung|Donauregulierung]] mäanderte der Strom von hier bis zur [[Hainburger Pforte]] an der östlichen Grenze Österreichs durch das flache [[Marchfeld]]. Entstandene Flussauen erhielten durch Hochwässer mit Überschwemmungen immer wieder neue Gestalt, Flussarme bildeten sich und versandeten wieder, der „Stromstrich“ nahm neue Wege.

Nach der Donauregulierung ===

[[Datei:Aufnahmeblatt 4757-1d Schwechat, Lobau, Kaiserebersdorf.jpg|miniatur|250px|Das [[Franzisco-Josephinische Landesaufnahme|Aufnahmeblatt]] der Landesaufnahme mit Stand 1873 zeigt die Eingriffe in die Lobau im Rahmen der Donauregulierung]]

Die Regulierung beseitigte einen beträchtlichen Teil der bis dahin bestehenden Donauarme und Augebiete im Wiener Raum: Die Altarme am südlichen, stadtseitigen Ufer des neuen Hauptstromes wurden fast zur Gänze zugeschüttet und verbaut. Am nördlichen, der Stadt abgewandten Stromufer war der Siedlungsdruck wesentlich geringer oder gar nicht vorhanden. Daher konnte hier die Lobau – mit Altarmen als stehenden Gewässern, durch den [[Hubertusdamm]] vom Strom getrennt – als Jagd-, Forst- und Landwirtschaftsgebiet, später auch als Naherholungsgebiet bestehen bleiben.

Im 19. Jahrhundert war die Lobau Jagdrevier des kaiserlichen Hofes; Kronprinz [[Rudolf von Österreich-Ungarn|Rudolf]] jagte häufig hier. Am 2. September 1903 unternahm Kaiser [[Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn)|Franz Joseph I.]] mit König [[Eduard VII.]] von Großbritannien, der auf Staatsbesuch in Wien war, einen Jagdausflug in die Lobau. Die beiden Monarchen schossen je einen Zehnender.<ref>[[Fred Hennings]]: “Solange er lebt“. – Band 2: “Die Weichen werden gestellt“. Herold-Verlag, Wien 1969, S. 27.</ref> 1905 wurde die Lobau zum Schutzgebiet erklärt, 1918 schenkte Kaiser [[Karl I. (Österreich-Ungarn)|Karl I.]] die heutige Obere Lobau der Stadt Wien.

Naturschutz

In der Lobau[11] befinden sich wichtige Rückzugsgebiete von vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Sie wurde daher 1977, nicht zuletzt auf Betreiben des Limnologen Heinz Löffler, von der UNESCO als Biosphärenreservat/Biosphärenpark (Untere) Lobau (AUS03), im Ausmaß von 1.037 Hektar anerkannt.[12] Das Gebiet wurde auf die Sevilla-Strategie umgestellt, besteht aber ausschließlich aus einer Kernzone. 75 % sind Naturzone, 25 % Naturzone mit Managementmaßnahmen.

Seit 1978 ist, teilweise überlappend mit dem Biosphärenpark, ein Naturschutzgebiet Lobau (32/1978, 2.088 ha)[13] und stadteinwärts anschließend ein Landschaftsschutzgebiet (Obere) Lobau (32/1978, 461 ha) ausgewiesen,[14] das Naturschutzgebiet umfasst über 1⁄5 der Bezirksfläche, zusammen stehen 1⁄4 der Donaustadt hier unter Schutz. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst die Gebiete bis Aspern und den A23-Knoten Kaisermühlen.

1983 wurde auch 915 ha nach der Ramsar-Konvention für Feuchtgebiete, das Ramsargebiet Untere Lobau (Nr. 273), ausgewiesen, vom alten Donau-Oder-Kanal gegen den Stadtrand hin.[15]

Seit 1996 ist das Naturschutzgebiet Lobau Teil des Nationalparks Donau-Auen (NP 1996), seit 2004 auch Europaschutzgebiet (Wiener Teil: FFH-Gebiet/GGB und Europäisches Vogelschutzgebiet/BSG, AT1301000, 2.258 ha).[16]