//BAUSKANDAL IM LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET! Wer protegiert den Wiesengreissler?

BAUSKANDAL IM LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET! Wer protegiert den Wiesengreissler?

Im Frühjahr 2018 wurde vom sogenannten Wiesengreißler ein zusätzlicher Schanigarten in das Landschaftsschutzgebiet Prater hineingeprotzt, und zwar in ein bisher naturnahes und intaktes Gebiet, in die sogenannte Forstwiesen. Errichtet hat man eine etwa 200 qm große, umzäunte Holzplattform, welche auf 10 massiven Betonsäulen ruht und die in den bisher unberührten Grünraum hineingerammt wurden. Nach Angabe des Betreibers soll dieser Schanigarten ganzjährig geführt werden, also steht zu befürchten, dass noch ein wetterfester Überbau dazukommt. Pikanterie am Rande: Während alle Wiener Gastronomen für Schanigärten auf öffentlichem Grund saftige Abgaben entrichten müssen, bleibt der Wiesengreißler davon unberührt. Auch der Arbeitnehmerschutz ist in diesem Fall auf der Strecke geblieben – immerhin muss das Bedienungspersonal die Tabletts stets über die häufig frequentierte Lukschgasse (u.a. Autobuslinie) balancieren, womit Verkehrsprobleme vorprogrammiert sind.  
 
Augenscheinlich ist, dass bei diesem Unglücksbau absolut nicht im Sinne des Wiener Naturschutzgesetzes vorgegangen wurde. Für dieses störende Objekt besteht weder eine zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit – noch liegt es im öffentlichen Interesse; vielmehr war hier lediglich der Wunsch einer Einzelperson maßgebend. Außerdem blieb unberücksichtigt, dass dadurch das Erscheinungsbild der Landschaft beeinträchtigt wird, und das sollte in einem Landschaftsschutzgebiet nicht der Fall sein. Dass der ohnehin bereits vor dem Lokal bestehende Schanigarten ohne Eingriff in die geschützte Grünfläche hätte erweitert werden können, sei nur nebenbei bemerkt.
 
Bewilligt wurde dieser fixe Schanigarten von namentlich bekannten Entscheidungsträgern ausgerechnet jener Dienststellen, die eigentlich für Schutz und Erhaltung unserer Stadtnatur geschaffen wurden – nämlich der „MA 42 – Unsere Gärten“ und der „MA 22 – Umweltschutz“. Die Bezirksvorstehung Leopoldstadt, die um die Erhaltung des grünen Praters bekanntlich sehr bemüht ist, wurde unverständlicherweise – oder vielleicht aus nachvollziehbaren Gründen – bewusst umgangen und somit vor vollendete Tatsachen gestellt. Absolut zu begrüßen ist, dass dass Letztere dieses unwillkommene Bauwerk jetzt vehement bekämpft.
 
Auch die Wiener Naturwacht hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Wiener Umweltanwaltschft übermittelt und wartet gespannt auf deren Entscheidung.
By |2018-08-27T18:29:26+00:00August 27th, 2018|Categories: Presseartikel|Kommentare deaktiviert für BAUSKANDAL IM LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET! Wer protegiert den Wiesengreissler?

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